Rio Gallegos/Santa Cruz - Argentinien 2018

Las Buitreras Lodge
Las Buitreras Lodge

Zum dritten Mal in Folge ging es mit einer Gruppe an den Rio Gallegos in Argentinien zum Meerforellenfischen. Sven, Eckhardt und Toni waren wieder mit von der Partie, sowie Willi für den es das erste Mal in Patagonien war. Die Anreise verlief wie immer problemlos, ein Tag Buenos Aires Stand auf dem Plan, um dann am nächsten Morgen die Maschine nach Rio Gallegos zu nehmen. Buenos Aires bietet jedem etwas und man hat nach einem langen Flug Zeit die Batterien neu aufzuladen - mittlerweile Tradition ist der Besuch eines bestimmten Steak-Restaurants zur Einstimmung auf unsere Reise. Am nächsten Tag kamen wir dann pünktlich in Rio Gallegos an und wurden bereits von Head Guide Carlos erwartet der uns mitteilte, dass der Fluss derzeit ein gutes Level hat und der starke Wind aus der Vorwoche erfreulicherweise weniger geworden ist. Durch die Flugverbindungen dieses Jahr hatten wir den Samstag komplett zum Vorbereiten. Unser Tackle war schnell aufgebaut und nach einem kurzen Mittagssnack ging es direkt an den Fluss für ein kleines Warm-Up. Ein paar Fische wurden bereits gefangen und jeder konnte sein Setup nochmal abstimmen bevor es dann Sonntag mit dem ersten offiziellen Fischtag losging. Am Abend folgte das traditionelle Willkommens-Dinner mit tollem argentinischen Steak und Malbec der wie Wasser läuft dort unten. Dieses Jahr hatten wir das Vergnügen mit einer Gruppe bestehend aus zwei Schweden (Per und Roland), einem Isländer (Tommy) und zwei Rumänen (Cristian and Titus). Angeführt wurde diese Runde von Host Thomas.

Sonnenuntergang am Rio Gallegos
Sonnenuntergang am Rio Gallegos

Wir hatten uns wieder für eine Woche gegen Ende der Saison entschieden. Während dieser Zeit startet man mit der Fischerei  meist um 9 Uhr und kommt gegen Mittag zurück auf die Lodge für ein großes Lunch. Nach kurzer Siesta geht es dann wieder ans Wasser für die Nachmittags-/Abendsession - speziell in der Dämmerung werden die Fische aktiv und auch in unserer Woche wurden während dieser Zeit viele Fische gelandet. Ende März/April wird es herbstlich, das Wasser wird kühler und die Fliegenwahl fällt meist auf kleinere Muster.

Willi mit seiner ersten schönen Meerforelle
Willi mit seiner ersten schönen Meerforelle

Dieses Jahr sollte es allerdings anders kommen. Der Rio Gallegos hatte allgemein mehr Wasser als im Vorjahr, jedoch hatten wir wieder sehr klares Wasser die ersten drei Tage und fischten dementsprechend mit Nymphen (Copper John, Prince, EMB, etc.). Mitte der Woche gab es dann speziell in den Bergen heftigen Regen der das Wasser ansteigen ließ und nochmal ideale Bedingungen schaffte. Das Wasser war leicht angetrübt und man merkte, dass dadurch weitere frische Fische in den Fluss kamen. Diese waren meist kleiner, jedoch ist das wichtig für die Aktivität in den Pools - Fische die bereits länger im Fluss sind werden durch die Neuankömmlinge "aufgeweckt". Am Rio Gallegos kommen bis zum Ende der Saison immer wieder frische Fische in den Fluss, das macht diese Fischerei über die ganze Saison so interessant.

Toller Fisch aus dem Pool Kitchen
Toller Fisch aus dem Pool Kitchen

Mitte der Woche kam dann der Umstieg von Nymphe auf größere Streamer und slow sinking Polyleader. Das Wetter blieb stabil und jeder konnte seine Fische fangen. Zusammenfassend kann man sagen, dass wir eine sehr gute Fischerei hatten mit idealen Wasserbedingungen und vielen Fischen im System. Mit über 70 gelandeten Meerforellen in der gesamten Woche (11 Angler auf der Lodge) war dies auch für uns die bisher beste Woche am Gallegos. Thomas aus Schweden hatte mit 20 Pfund (silber) den größten Fisch der Woche und hinzukamen noch ein paar weitere in dem Bereich zwischen 14 und 18 Pfund. Das Fischen am Rio Gallegos ist definitiv immer eine herausfordernde Fischerei aber genau das macht es so interessant. Schlüssel zum Erfolg ist am Ende meist nicht der lange Wurf oder DIE eine Fliege, sondern das Führen der Schnur und der direkte Kontakt zur Fliege. Wenn man fokussiert ist beim Fischen, kommt auch der Erfolg am Gallegos denn die Bisse sind hart und der Anschlag muss unverzüglich folgen. Unsere Guides haben wieder durch die Bank weg einen tollen Job gemacht, auch am Ende der Saison haben sie nochmal alles reingelegt und versucht jeden Gast an den Fisch zu bringen. Das Essen und die Gastfreundlichkeit runden diese Wochen ab. In Buitreras sollte jeder 2-3 Kilo Gewichtszunahme einplanen - man wird ausreichend mit Essen versorgt! Las Buitreras macht süchtig, wir können es kaum abwarten wieder zurückzukommen.

Lunch Time
Lunch Time

Am Samstag hieß es dann Abschied nehmen von Eckhardt, Willi und Toni für die es zurück nach Argentinien ging. Sven und ich fuhren von der Lodge aus weiter zum Steelheadfischen an den Santa Cruz. Dieser Ort hatte uns letztes Jahr schon fasziniert und wir wollten ihn unbedingt eine ganze Woche erleben. Auf dem Weg sammelten wir noch unseren Freund Alex ein der nach dreitägiger Reise aus Singapur in Rio Gallegos ankam. Doug aus England und Taft aus den USA machten die Gruppe komplett für diese Woche. Zuvor hatten wir leider schon eine schlechte Nachricht von Claudio (Mitgründer der Tres Amigos) bekommen. Der Santa Cruz hatte starkes Hochwasser, da 2-3 Wochen zuvor ein Gletscherstück am Lago Argentino gebrochen war der zuvor auch noch das Wasser im See aufgestaut hatte - keine gute Kombination. Die Lodge wurde glücklicherweise um Zentimeter verfehlt, jedoch war das Wasser auch jetzt noch ca. einen Meter höher als normal, definitiv keine guten Bedingungen aber wir entschlossen uns trotzdem die Woche durchzuziehen. 

Mittagessen auf der Los Plateaus Lodge
Mittagessen auf der Los Plateaus Lodge

Die Fischerei gestaltete sich, wie erwartet, sehr schwierig. Wir fischten prinzipiell dort wo wir im Jahr zuvor noch gestanden hatten. Zusammen mit den Guides entschieden wir uns die zu erkennenden Runs mit geringerer Wassertiefe zu bearbeiten, da der Anteil der Gletschersedimente im Wasser noch sehr hoch war und die Sicht der Fische stark einschränkte - unserer Meinung nach sollten die Fische hier die beste Chance haben die Fliege zu sehen, sofern sie an ihnen vorbeikommt. Dieser Plan wurde von uns Tag für Tag durchgezogen mit tausenden von Würfen und der Hoffnung auf den einen Fisch.

Alex mit einem starken Fisch in Elephants
Alex mit einem starken Fisch in Elephants

Unser Plan ging auf. Direkt am ersten Tag konnte ich einen schönen Fisch landen, wie erwartet nicht weit vom Ufer entfernt kam der Biss, gefolgt von einem steelheadtypischen Run - genial! Das Ganze hob die Stimmung, wir wussten es sind Fische in den Pools wir mussten nur geduldig bleiben und ein wenig Glück haben. Am dritten Tag war es dann Alex der in einem der Hotspots einen weiteren tollen Fisch haken konnte. Nach einigen versuchen den Fisch zu landen konnte unser Guide Claudio den Fisch ins Netz befördern.

Steelhead vom ersten Tag - Foto: Claudio Martin
Steelhead vom ersten Tag - Foto: Claudio Martin

Bis zum letzten Tag passierte dann nicht mehr viel, wir versuchten jede Intruder-Farbe und jeden befischbaren Spot entlang des Flusses aber leider ohne Erfolg. Die Farbe des Wassers verbesserte sich leider nicht obwohl das Wasser langsam aber sicher zurückging. Dennoch waren wir noch lange nicht bei normalen Wasserverhältnissen angekommen.

Gigantischer Sonnenuntergang am Elephants-Pool - Foto: Claudio Martin
Gigantischer Sonnenuntergang am Elephants-Pool - Foto: Claudio Martin

Der letzte Tag hatte dann doch noch zwei Überraschungen für uns parat. Alex fing direkt am Morgen einen weiteren schönen Fisch in Elephants und Taft konnte ebenfalls kurz vor Ende einen Fisch landen. Taft hatte sich diesen Fisch mehr als verdient nachdem er mit zwei Tagen Verspätung auf der Lodge ankam und das ohne sein Gepäck. Die Fischerei war extrem mühsam, man wusste das viel zusammenkommen muss um einen Fisch zu haken, trotzdem hat der Santa Cruz wieder gezeigt, dass er eine tolle Steelheadfischerei ermöglichen kann und das selbst bei mehr als schwierigen Bedingungen wie wir sie hatten. Der Steelheadrun ist stark vor Ort und bei normalen Wasserbedingungen kann man dort Traumstunden erleben. Wir mögen die kleine Lodge, sie ist wesentlich rustikaler als Las Buitreras aber für 4-5 Fischer absolut ausreichend. Insgesamt waren es zwei sehr schöne Wochen, die Kombination Las Buitreras/Santa Cruz funktioniert exzellent. 

 

Vielen Dank an die gesamte Gruppe (Toni, Willi, Eckhardt, Sven und Alex), war eine tolle Zeit mit euch! Danke ebenfalls an Solid Adventures, Tres Amigos Outfitters, Angelbär und alle Angestellten vor Ort.

 

Felix Hansvencl

Fotos Las Buitreras:

Fotos Santa Cruz (von Claudio Martin und Felix Hansvencl):