Rio Gallegos/Santa Cruz - Argentinien 2017

Unsere Gruppe in Las Buitreras
Unsere Gruppe in Las Buitreras

Nach unserem Hosted Trip letztes Jahr stand schnell fest, dass wir im April 2017 wieder nach Argentinien kommen würden. Dieses Jahr eine Woche früher, um danach noch drei Tage Steelheadfischen am Santa Cruz dranzuhängen. Die Gruppe bestand aus Sven, Toni und Eckhardt. Sven und Toni hatten uns bereits letztes Jahr nach Las Buitreras begleitet, Eckhardt konnte bereits vor zwei Jahren vor Ort fischen. Das machte die Vorbereitung auf den Trip relativ einfach, da jeder wusste was ihn erwartet und welche Ausrüstung benötigt wird. Wir konnten noch einige Ruten-Setups verbessern, Fliegen wurden fleißig gebunden und dann war auch schon Abflugtag in Frankfurt. Nach unserem Aufenthalt in Buenos Aires (klassisch eingeleitet wurde der Trip vor Ort mit einem Abendessen inkl. Malbec und 450 gr. Steak) kamen wir ein wenig verspätet durch Flugstornierungen in Rio Gallegos an. Das Wetter war dieses Mal wesentlich milder, das Wasser des Rio Gallegos wieder recht niedrig und klar, somit waren lange Vorfächer und kleine Nymphen angesagt (mit Ausnahme von den Abendstunden in denen Streamer bspw. Sunray Shadows, Leeches etc. gefischt werden) für die komplette Woche. Trotz der schwierigen Bedingungen war die komplette Gruppe hoch motiviert und hat jeden Tag, mit Hilfe unserer Guides Rick, Carlos, Tomas, Charly und Juan Manuel, vorbildlich für den Erfolg "gearbeitet".  Das Fischen am Rio Gallegos ist sehr technisch, besonders bei Niedrigwasser. Deshalb ist es sehr wichtig viel Lärm während des Werfens zu vermeiden (Scandi-Style bevorzugt oder Einhandruten) und direkt nach dem Aufkommen der Fliege voll fokussiert zu sein, der Biss kann unmittelbar erfolgen. Zudem kommt es meistens nicht auf Distanzwürfe an sondern eher auf Präzision, um die Fliege genau vor der Graslinie/dem Steilufer auf der anderen Seite zu platzieren wo Fische Schutz suchen bzw. der Hauptströmung ausweichen.

Sonnenuntergang am Rio Gallegos
Sonnenuntergang am Rio Gallegos

Nach unserer Ankunft ging es direkt in die Wathosen und ans Wasser. Der erste Tag brachte sofort ein paar Fische für die Gruppe, genug um wieder in den Meerforellen-Modus abzutauchen. Im Vergleich zum Vorjahr hatte der Tagesablauf sich etwas geändert, es gab dieses Mal ein großes Mittagessen auf der Lodge, um die Batterien für eine längere Abendsession aufzuladen. Wir fischten bis zur Dunkelheit und hatten dann ein kleineres Abendessen mit Snacks und Co im Wohnbereich. Der Service auf der Lodge war wieder erstklassig, Augustina und ihr Team haben wieder versucht alle Wünsche zu berücksichtigen, großartig! Am Abend wurden, wie immer, Angelgeschichten ausgetauscht, Theorien besprochen warum es heute mehr oder weniger erfolgreich war bishin zum gefährlichen Verhalten des europäischen Hamsters (zugegeben dieses Thema entstand durch erhöhten Weinkonsum). Wir hatten in unserer Woche fantastische Mitfischer auf der Lodge: Tim, Jason, Chris, Nick und Laurie aus Neuseeland, Jeff aus den USA und Alex aus Deutschland jedoch ansässig im fernen Singapur. Verschiedene Kulturen auf einem Haufen, das ist es was Angelreisen ausmacht und besondere Erinnerungen schafft!

Toller Fisch mit 20lb, gefangen mit einer Prince Nymphe
Toller Fisch mit 20lb, gefangen mit einer Prince Nymphe

Eckhardt konnte bereits am zweiten Tag ein Monster überlisten! Der Run "Limits" zeigte einige große Fische während der Woche, so wie der von Ecki - 20 lb! Ein unglaublicher Fische, gefangen mit einem kleinen Leech-Streamer in den Abendstunden. Das Wetter blieb die Woche über stabil, lediglich der Wind nahm in der Mitte der Woche zu mit Temperaturen um die 10-14 Grad. Die folgenden Tage brachten allen Mitgliedern schöne Fische, Toni konnte seine ersten Meerforellen überlisten und Sven hatte einige kleinere bis mittlere Exemplare in den Büchern, zwei sehr große Fische wollten bei ihm leider nicht den Weg ins Netz finden (er sollte jedoch später belohnt werden)! Nicht zu vergessen sind natürlich etliche Bachforellen als Beifang zwischen 30-60 cm, wunderschöne Fische. Ich selbst konnte während der Woche einige Meerforellen zwischen 5-10 lb fangen und hatte zudem das Glück einen unglaublichen Fisch mit 20 lb zu fangen (Fliege: Prince Nymph), meine größte Meerforelle bis jetzt. Ein weiteres Highlight in unserer Woche war ein toller Fisch von Toni, in "Wagon Wheel" hakte er eine große Meerforelle direkt an der gegenüberliegenden Seite und konnte nach einem aufregenden Drill einen Fisch mit 13 lb für ein Erinnerungsfoto in die Kamera halten. Das hat wieder gezeigt: harte Arbeit und eine positive Einstellung zahlen sich am Ende (meistens) aus!

Toni mit seiner größten Meerforelle in der Woche - 13 lb!
Toni mit seiner größten Meerforelle in der Woche - 13 lb!

Am Samstag war Abreisetag in Las Buitreras und wir mussten uns von Eckhardt und Toni verabschieden für die es wieder in die Heimat ging. Für Alex, Sven, Tim, Jason und ich ging es weiter an den Santa Cruz zum Fischen auf den einzigen atlantischen Steelhead-Run weltweit. Las Buitreras hat uns nicht enttäuscht und jedem eine unvergessliche Zeit verschafft - die Fischerei auf Meerforellen mach süchtig!

Abendsession mit schwierigen Windbedingungen
Abendsession mit schwierigen Windbedingungen

Die Fahrt von Buitreras zur Los Plateados Lodge am Santa Cruz dauert ca. 3 1/2 Stunden mit den Pickup Trucks. Die Lodge liegt wunderschön am Flussufer und ist im Vergleich zu Las Buitreras eher rustikaler, man sollte hier keinen Luxus erwarten. Jedoch passt dies absolut zur kompletten Operation vor Ort, ein Traum für jeden Hardcore-Fliegenfischer der ein wenig Abenteuercharakter mag und das wilde Argentinien hautnah erleben will - eine kleine Oase im Nirgendwo. Das Haus verfügt über zwei Zimmer mit Platz für bis zu 5 Angler (inkl. Gasheizung die am Abend angestellt wird), Wohn- und Essbereich, sowie einem Badezimmer mit Toilette und Dusche (heißes Wasser verfügbar). Man sieht zudem direkt, dass Claudio, Pollo, Juan und besonders Leandro (der Besitzer der Lodge) sehr viel  Zeit und Arbeit investiert haben, um Fliegenfischern aus der ganzen Welt eine einmalige Fischerei zu ermöglichen. Nach der Ankunft gab es Burritos während Claudio uns über die Lodge und die Fischerei vor Ort informierte. Skagitschnüre, 12-15 ft. T11-T14 Sinktips, 12-15 lb Monovorfachmaterial und 7-8er Speyruten sind die allgemeinen Waffen am Santa Cruz. Intruder-Fliegen in allen Farben sind fängig, wir haben gute Erfahrungen mit Pink, Orange, Blau/Schwarz und Pink/Purple gemacht. 

Los Plateados Lodge am Santa Cruz
Los Plateados Lodge am Santa Cruz

Am ersten Nachmittag sind wir direkt nach Ankunft für ein paar Stunden zu nahegelegenen Spots gefahren. Während unserer Zeit vor Ort wurden wir von Diego begleitet der für Solid Adventures ein Imagevideo macht. Erste Stelle, ein paar Würfe und schon schoss der erste kapitale Fisch kerzengerade aus dem Wasser. Sven konnte an einem der Hotspots eine schöne Steelhead haken. Der Fisch sprang 3-4 mal aus dem Wasser und konnte nach einigen Fluchten vorsichtig gelandet werden. Wie gesagt, harte Arbeit zahlt sich aus und Sven wurde letztendlich belohnt mit einem Fisch um die 13 lb. Besser kann man nicht starten! Am Abend auf der Lodge erfuhren wir dann, dass auch Tim seine erste atlantische Steelhead fangen konnte, ebenso ein wunderschöner silberner Fisch mit 12 lb. Dieser Erfolg wurde natürlich traditionell mit Wein und argentinischem Steak gefeiert bis alle relativ schnell in ihre Kojen verschwanden.

Schöne Steelhead für Sven, direkt am ersten Tag!
Schöne Steelhead für Sven, direkt am ersten Tag!

Während der nächsten zwei Tage fuhren wir die verschiedenen Stellen mit Booten an, um mehr Wasser abzufischen und einen Überblick über die Region zu bekommen. Am Santa Cruz werden meist klassische Steelheadruns gefischt mit mittelschneller Fließgeschwindigkeit, weniger schnelle Riffles wie man sie von großen Flüssen in BC kennt. Der Fluss hatte allgemein weniger Wasser als letztes Jahr wodurch es umso wichtiger war die tiefen Channels in den jeweiligen Runs sorgfältig und präzise abzufischen. Zum Mittagessen trafen sich beide Gruppen wieder am Flussufer, an einer Stelle die von den Guides als kleines Luncheck aufgebaut wurde, sehr einfach aber es wurde in der Tat kulinarisch gezaubert und das lediglich mit einem alten Ofen - so lässt es sich leben!

Atemberaubendes Licht am Santa Cruz
Atemberaubendes Licht am Santa Cruz

Das Fischen selbst war sehr gut, Alex konnte am zweiten Tag im letzten Abendlicht einen Traumfisch landen. Der Fisch nahm die Fliege weit draußen am Anfang des Swings und raste direkt flußabwärts, großer Fluss plus großer Fisch kann lange Fluchten bedeuten. Nicht umsonst gilt die Steelhead als eine der am härtesten kämpfenden Fische in der Welt des Speyfischens. Nach einem längeren Drill hielt er ein argentinisches Kraftpaket in die Kamera, wunderschönes Exemplar um die 12 lb. Ich konnte am gleichen Tag eine kleine Steelhead um die 5 lb landen und verlor am nächsten Tag einen großen Fisch direkt vor der Landung. Schon jetzt war das eine exzellente Bilanz. Am letzten Tag starteten wir nochmal sehr früh mit den Trucks an verschiedene Stellen für 2-3 Stunden Fischen. Sven, Alex und ich konnten leider keinen Fisch mehr zum Beißen überreden aber Jason wurde endlich von den Fischgöttern erhört und landete am letzten Tag direkt zwei Steelheads - die Freude war bei uns allen groß! 

Alex mit einem Fisch um die 13 lb
Alex mit einem Fisch um die 13 lb

Die komplette Destination ist genial! Jeder von uns konnte innerhalb von drei Tagen seine Steelhead landen und jeder von uns konnte große Fische haken. Versteht mich nicht falsch, es ist trotzdem immer noch Steelheadfischen und der Fisch der tausend Würfe aber in diesem Gebiet hat man eine sehr gute Chance pro Tag eine oder mehrere Steelheads zu fangen. Des Weiteren fischt man an diesem Fluss quasi alleine (wer kann das schon behaupten beim Steelheadfischen) und es ist eine atemberaubende Landschaft, ein wildes Argentinien wie man es nicht erwarten würde und wo selbst der vom Aussterben bedrohte Puma häufig gesichtet wird. Die Kombination mit Las Buitreras funktioniert wunderbar und ermöglicht es Gästen zwei außergewöhnliche Plätze miteinander zu verbinden. (Fotos: Diego Eiguchi, Carlos Nieto, Felix Hansvencl)

 

Danke an: Solid Adventures, Tres Amigos Outfitters und Angelbär

 

Felix Hansvencl

Fotos Las Buitreras (von Carlos Nieto, Tomas Biott, Sven Raband-Dula, Felix Hansvencl):

Fotos Santa Cruz (von Claudio Martin, Diego Eiguchi, Felix Hansvencl):