Las Buitreras 2016

Anfang April war es soweit, ein spannender Trip an den Rio Gallegos erwartete uns. Zusammen mit Solid Adventures und dem Tackleshop "Angelbär" aus Frankfurt konnten wir einen Hosted Trip auf die Beine stellen. Zunächst flog ich zusammen mit Wolfgang (Weltweit-Fliegenfischen) und Rick (Mitarbeiter von Solid Adventures) vor und die Jungs aus Frankfurt: Jörg (Inhaber Angelbär), Sven, Guido, Tim und Toni folgten eine Woche später. Zunächst geht es von Frankfurt mit einem Direktflug nach Buenos Aires. Dort muss dann kurz der Flughafen gewechselt werden (c. 45 Min von Airport zu Airport), um dann vom Regionalflughafen nach Rio Gallegos weiterzufliegen (ca. 3 Std.). Der Aufenthalt in Buenos Aires ist ein wenig länger, da man meist morgens in BA ankommt und nachmittags den Regionalflug nimmt. In Rio Gallegos angekommen wurden wir bereits von den Mitarbeitern der Lodge empfangen. Schnell waren alle Koffer und Angelrohre im Bus verstaut und nach einer kurzen Fahrt konnten wir die Estancia Las Buitreras betreten. Die Lodge besteht aus einem Haupthaus in dem die Gäste untergebracht sind und weiteren Nebenhäusern die entweder zur Estancia selbst gehören oder den Guides als Schlafstätte dienen. Jeden Abend gibt es ein 3-Gänge-Menü und morgens ein herzhaftes Frühstück. Nach dem Frühstück stellt sich jeder seine Lunchbox zusammen (Sandwiches, Salate, etc.) die dann mit den jeweiligen Namen versehen und automatisch im passenden Cooler verstaut werden. Die Lodge verfügt über eine Strecke von 40km am Rio Gallegos, der direkt unterhalb der Lodge liegt. Die Strecke ist in 5 Zonen aufgeteilt in denen über 50 Pools befischt werden. Das Fischen erfolgt in einer Art Rotation, am Anfang der Woche werden 2er Gruppen gebildet die dann in der gesamten Woche innerhalb der Zonen wechseln. Generell gilt vor Ort: 2 Angler pro Guide, was ein sehr enge Betreuung durch den Guide gewährleistet. Die Angelplätze werden mit SUV´s angefahren und die maximale Fahrtzeit beträgt 30 Minuten.

 

Soviel zur Theorie! Die Bedingungen während unserer Zeit waren nicht optimal. Durch El Nino gab es die gesamte Saison eine starke Trockenzeit und dementsprechend war der Wasserstand sehr niedrig. Trotzdem konnten wir in unserer ersten Woche einige schöne Fische fangen. Wolfgang krönte seine harte Arbeit mit einer Meerforelle von ca. 15 Pfund und konnte weitere Fische um die 10 Pfund fangen. Ich hatte Ende der Woche das Gluck zwei gute Tage zu erwischen an denen ich insgesamt 5 Fische zwischen 8 und 12 Pfund landen konnte. Claude, einer der Gäste aus Neukaledonien, konnte am letzten Angeltag einen Traumfisch von 17 Pfund überlisten. Viele der Fische waren stets frisch aus dem Meer aufgestiegen, obwohl der Herbstrun eher klein ist und man speziell auf die wunderschön gezeichneten Männchen fischt die bereits ein paar Wochen im System sind. Mit der Ankunft von unserer Franfurter Gruppe kam das kalte Wetter zu uns und der Herbst zeigte sich in aller Stärke. Das Fischen verbesserte sich leider nicht, trotzdem konnte fast jeder seine Fische fangen. Spätestens beim zweiten Glas Rotwein (der übrigens wie Wasser die Kehle runterläuft) war die harte Arbeit über den Tag vergessen. Sven konnte bereits an seinem zweiten Tag einen Doppelschlag verzeichnen mit silbernen Fischen um die 10-12 Pfund und ich konnte ein schön gefärbtes Männchen um die 15 Pfund landen. Auch die anderen kamen mit Fischbildern nach Hause und haben Wind und Kälte mit ein paar schönen Meerforellen getrotzt. Aufgrund des Wasserstandes wurde hauptsächlich mit Nymphen gefischt (Copper John, Prince, Golden Stonefly etc.) und verschiedenen Scandi-Schnüren. Zweihandruten sind in den Klassen 7 und 8 zu empfehlen. Man kann auch mit der Einhandrute fischen doch aufgrund des Windes und manchmal fehlendem Backcastingraum sollte man auch Unterhandwürfe etc. beherrschen. Der Fluss ist relativ klein, somit sind meist keine Distanzwürfe notwendig.

 

Wolfgang und Sven haben zudem auch einige Tage am Santa Cruz auf Steelhead gefischt (dies kann man bei Solid Adventures als Kombi-Paket mit Las Buitreras buchen). Die Fahrt von Las Buitreras zur Lodge am Santa Cruz (Betreiber ist Tres Amigos die auch das Guiding und die Organisation in Las Buitreras übernehmen) dauert ca. 3 Stunden. Es ist eine außergewöhnliche Landschaft mit dem riesigen Santa Cruz River in der Mitte. Man fischt dort auf den einzigen, bis jetzt bekannten, atlantischen Steelheadrun. Extrem kampfstarke Fische für die Zweihandruten in der Klasse 8-9 und Skagitköpfe ideal sind. Die Lodge ist ein wenig rustikaler als man es von Las Buitreras gewohnt ist aber immernoch sehr schön, hier liegt das Abenteuer im Vordergrund. Das Essen ist fantastisch und es werden maximal 4 Angler pro Woche in zwei Doppelzimmern untergebracht. Dies gewährleistet eine exklusive Fischerei! Sven und Wolfgang hatten exzellente Tage erwischt und konnten Fische bis 18 Pfund fangen!

 

Insgesamt ziehen wir ein positives Fazit auch wenn das Fischen am Rio Gallegos schwierig war. Die Wetterbedingungen können einem eben überall auf der Welt einen Strich durch die Rechnung machen. Wir werden wiederkommen. Wenn ihr Interesse habt an unserem nächsten Hosted Trip in 2017, meldet euch bei mir!

 

Tight Lines

Felix